Interview von Stefan Fischer 2007 Interview by Stefan Fischer 2007 drumpress .com is not responsible for the content of external websites drumpress.com ist nicht für den Inhalt externer Websiten verantwortlich |
Schaust du dir heutzutage noch andere Drummern auf DVDs an oder etwas von DVDs ab?
Früher mehr als heute. Ich mein, ich hab so meine Heroes und meine Videos, die ich mir hoch und runter reingezogen habe, Dennis Chambers, Omhar Hakin, Carter Beauford. Es gibt so herrliche wie das Jeff Porcaro Video – aber so - ich muss ehrlich sagen, neuere Sache, da bin ich nicht mehr so hinterher, wenn jetzt was neues rauskommt muss ich es nicht sofort haben. Aber es gibt schon meine Favourite-Videos. Jeder Trommler hat sich das Zeug natürlich reingezogen, da kann mir jeder erzählen was er will! (lacht)
Liest du z.B. den Modern Drummer regelmäßig?
Eher weniger. Ich verfolge auf jeden Fall mehr die ganzen nationalen Sache. Den Modern Drummer hol ich mir nicht jedesmal wenn er rauskommt.
Mike Portnoy hat mir heute gesagt, er findet Myspace sehr gut – wie denkst du darüber?
Das ist eine super Plattform. Ich hab das Gefühl, dass Myspace so langsam den Zenith überschritten hat und schon wieder am abklingen ist. Und das die Jungs da auch nicht mehr hinterher kommen mit der Masse an Daten. Aber es ist eine super Plattform für jeden Künstler, da passieren auch viele Clicks und es ist eine gute Möglichkeit sich zu präsentieren. Nicht jeder Musiker der einen Internetanschluss hat kann sich eine Homepage bauen, aber jeder Musiker der einen Internetanschluss hat kann sich eine Myspace Seite machen und insofern ist es super und es wird ja auch angenommen, da ist weltweites Feedback da. In der ganzen Welt sind Leute Myspace süchtig (lacht).
Planst du denn mal eine „felixlehrmann.com“ Homepage?
Auf jeden Fall! Und die ist auch strengstens in Planung. Ich hoffe, dass die in den nächsten Monaten an den Start kommt. Die wird’s auf jeden Fall geben und ich bin fleissig am Material sammeln.
Pläne und Zukunft - wünschst du dir für die Zukunft mal in Übersee zu wohnen?
Hmm zu wohnen ist die eine Sache, ich sollte es auf jeden Fall machen und ich muss es auch bald machen und der Gedanke ist schon länger da. Ich hatte vor mittlerweile 4-5 Jahren ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston, ein 50% Stipendium. Habe es aber nicht wahrgenommen und bin nicht rübergegangen - da etwas mit Yvonne Catterfeld dazwischen kam, da ist viel passiert - ich war mit der Schule fertig und auf einmal war ich hart unterwegs und ich bereue es nicht, dass ich es nicht gemacht habe und nicht rübergegangen bin. Es wird aber noch kommen und ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffe zumindest für einen Monat in New York abzusteigen. Wenn es nicht Übersee ist, wird es auf jeden Fall eine andere Stadt in Europa sein, sei es London, Stockholm...es gibt viele Städte die ich gerne aufmischen würde! (lacht)
Würdest du die Städte dann auch mal gerne mit Workshops, nur speziell mit dir, aufmischen wollen?
Der Auftakst ist passiert mit den Jungs bei „The Groove is in the House“. Für mich ist die ganze Workshop Situation ja neu. Ich bin froh, dass es erstmal so passiert ist und ich nicht gleich ins kalte Wasser geworfen wurde. Und das ich nicht gleich alleine ganze zwei Stunden Programme füllen musste. Ich denke es wird erst gegen Ende des Jahres mit einem Felix Lehrmann alleine zu rechnen sein. Das ganze soll sich jetzt erstmal setzen und dann sehen wir mal weiter.
Was ist dir am wichtigsten in deinem Leben?
Meine Familie und meine Freundin. Die Familie ist immer das wichtigste, ohne die wäre nicht das da, was passiert ist, der Rückhalt ist enorm wichtig. Familie, meine Eltern, meine Schwester, meine Freundin - meine Schwester hat einen Sohn bekommen vor fünf Monaten, dass ist auf jeden Fall das allerwichtigste und wird’s auch immer bleiben.
Bleiben wir mal bei Familie und dem Zuhause – hast du Haustiere?
Ich hatte mal einen Kater, der wurde geklaut. Und kurz bevor der geklaut wurde, hab ich gesehen, dass Katzen geklaut werden und daraus Rheumadecken für Omas gemacht werden. Und an demselben Wochenende wo mein Kater geklaut wurde, sind drei schwarze Katzen aus meiner Straße geklaut worden. Aber ich weiss, dass es ihm gut geht und das er alten Omas jetzt wirklich hilft Krankheiten zu heilen.
Einen Tipp für den Nachwuchs?
Hört die Drummer, die wirklich den Groove haben und nicht vorrangig die Drummer, die sich am meisten den Arsch abgeübt haben. Es ist einfach wichtiger in einer Band existieren zu können, als nur darauf zu pochen irgendwann mal eine Workshop-Karriere als Solodrummer zu machen. Und soviel Musik zu hören wie es geht.
Felix vielen Dank für dieses erfrischende Interview!
Wunderbar, auch vielen Dank.
Da kommt dir dann auch zu Gute, dass du in deiner Jugend viel zu Platten gespielt hast?
Na klar. Einfach auch zu vielen verschiedenen Platten immer. Oftmals sinds ja auch keine schweren Songs, dass muss man einfach mal so sagen. Die Songs sollen bedient werden, es sind ja keine Fusion-Wechsel-Takt Sachen bei Jeanette Biedermann, man musste da auch nichts lesen, da geht das schon.
Das ist dann nicht die größte Herausforderung, der man sich stellen muss.
Bei den Takes will man ja immer seinen Sound rüberbringen. Dabei unterstützt einen natürlich Signature-Equipment. Hast du mit dem Gedanken schonmal gespielt?
Das ist natürlich ein Traum von jedem Endorser. Das Plan ich auf jeden Fall. Mal einen eigenen Stick oder eine eigene Snare zu haben. Aber mein Traum ist es irgendwann mal eine Signature Hi-Hat zu haben. Dann gibt’s eine Studio und eine Live Hi-Hat.
Gutes Stichwort „live“ - Wenn du jetzt einen Auftritt mit Rivo-Drei hast, macht ihr was spezielles vor oder nach dem Konzert?
Vor dem Konzert bei Rivo-Drei gibt’s eine Zusammenkunft - wir beugen uns alle übereinander – aber es gibt keine Sprüche, die wir machen. Man kommt vor dem Gig halt nochmal kurz zusammen. Nachdem Gig ist dann sowieso meistens gemeinsames trinken angesagt – nein Quatsch!
Aber ich habs bei anderen Bands erlebt wo es spezielle Grüsse gibt – ich war mit Culcha Candela unterwegs. Da musste vor jedem Gig ein kleiner Rogue getrunken werden, um den Magen anzuheizen. Es gibt schon bei vielen Bands „Rituale“, die abgehalten werden.
Was sind nach „The Groove is in the House“ deine nächsten Ziele?
Im Mai 2007, werde ich auf jeden Fall mit einem türkischen Sänger Namens Mohamett unterwegs sein. Wir werden Anfang Mai, in Wien sein und wir werden mit den Wiener Symphonikern spielen. Es wird ein wenig Orange’Blue passieren. Und hoffentlich auch ein wenig Rivo-Drei Sachen im Studio und da was neues machen. Sowas in der Art.
Planst du mal was Richtung Solo-DVD / CD?
Ich glaub bis zu einer DVD wird das noch 3-4 Jahre dauern - bis ich mich dazu mal aufraffe - oder irgendwer daran Interesse hat! Ich mein ich bin jetzt 22, aber so eine Solo-CD zu machen, dass will natürlich jeder. Und ich wüsste dann natürlich schon genau Leute, die ich dann haben will und hin und her usw. Es ist noch nichts konkretes geplant, aber das ist natürlich ein Ziel, dass jeder Musiker haben sollte...Irgendwann mal das wirklich auf Band zu bannen, um das nochmal zusagen, was ihm einfach wirklich sehr am Herzen liegt.
Um alles aufs Band zu bannen sollte man ja auch körperlich fit sein, deine Bassdrum schiebt ordentlich und du lässt die Toms erzittern - Machst du sportlich viel?
Ich bin früher.....(lacht)..... jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule gefahren...(lacht)....und hab auch aktiv Basketball gespielt, bis ich mir irgendwann mal den Arm gebrochen hab und damit aufgehört habe. Weil es mir das einfach nicht wert war. Ich probiere aber, wenn ich in Berlin bin, jeden Morgen eine Stunde lang, 20 Bahnen, 1 km schwimmen zu gehen, dass versuch ich zu schaffen. Und es tut meinem Rücken sehr sehr gut. Ich bin jetzt 22 und hab langsam aber sicher gemerkt, dass ich ein bisschen Rückenprobleme kriege, wenn ich lange Gigs spiele die über 2 Stunden gehen. Gerade so Konzerte wie mit Yvonne Catterfeld, da geht es schnell mal auf den Rücken. Aber seitdem ich angefangen habe zu schwimmen, keinerlei Probleme mehr. Das ist wirklich so ein kleines Trommler-Allheilmittel.
Das mit SpongeBob finde ich als Schwammkopf-Fan und Drummer echt interessant, muss ich direkt nochmal nachhaken – hast du eine Lieblingsfolge von SpongeBob?
Die gibt’s nicht. Gibt zu viele, die ich gut finde....Spongebob der Film.
Der gefällt dir?
Na logisch - ich hab die DVD.
Kommst du vor lauter SpongeBob überhaupt noch viel zum üben?
Was ich jeden Tag mache, ist, mindestens eine halbe Stunde das Lieblingspad zu quälen. Einfach um das gute Gefühl in den Händen zu haben und zu wissen, dass heute schon was passiert ist. Das Ding ist, ich spiel so gut wie jeden Tag. Hab ich entweder einen Gig, eine Probe oder bin im Studio. Und wenn das mal nicht so ist., probier ich natürlich auch ans Drumpad zu kommen und zu üben - nur unterwegs ist das nicht möglich, ich spiel aiuf jeden Fall täglich.
Das mit der täglichen Übung auf dem Pad, ist dir also sehr wichtig?
Na klar! Ganz wichtig. Kleine Anektode dazu: Ich hab einen Versuch unternommen - da war ich 19 - und zwar bin ich mit meiner damaligen Freundin in den Urlaub gefahren und hab gesagt, ich nehm keine Sticks und CDs mit - und ich hab mich noch im gleichen Urlaub von ihr getrennt – Es geht nicht ohne!
Gut also, dass das Schlagzeug und du zusammengehört steht somit fest! Du hast mal gesagt es sollten "keine Ego Onanierer in der Band" sein. Sollte der Drummer sich komplett einfügen und überhaupt nicht hervorstechen?
Jeder Drummer sollte sich einfügen, es kommt eben immer auf die Konstellation an. Aber es gibt einfach „Ego Onanierer“ die den Song zerschießen. Ne, aber du im Endeffekt muss das ja jeder mit sich selber ausmachen, was er machen will, ob er dem Song jetzt nur dienen will oder ob er herausstechen will, was auch immer er sich davon erhofft, dass muss jeder selber wissen. Aber generell bin ich kein Fan davon, wenn irgendein Musiker den ganzen Abend lang nichts macht außer sein Ego an den vorderen Bühennrand, den Leuten auf die Nase zu drücken.
Kurz zurück zum Urlaub, dass schöne Wetter heute erinnert mich an Italien. Gehst du lieber zu McDonalds oder zumItaliener?
Italiener. Ich versuch Fastfood so oft wie möglich zu vermeiden. Aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden (lacht).
Felix, du hast das Album „Naked Truth“ von Jeanette Biedermann in 1 ½ Tagen eingespielt.
Wie machst du das? Ein komplettes Album, dass später auf dem Markt erscheint, was ja auf den Punkt sitzen muss – in solch kurzer Zeit?
Pass auf – ich hab vorweg keine Songs und komm ins Studio. Und höre mir den Song einmal an und checke einfach den Ablauf - wo sind die Kicks - wo sind die Pausen. Zu aller erst checke ich natürlich das Grundfeeling von dem Song, wenn ich den einmal höre, weiss ich einfach was der braucht und in dem Falle, wenn man wirklich so eine Hardcore Session macht, wo man so viele Songs hintereinander macht, basiert das alles auf einem Kurzzeitgedächtnis. Man hört sich den Song an, geht rüber spielt 3-4 Takes und oftmals bei so einer Pop-Produktion ist es dann auch schon genug für die Jungs. Und dann geht es zum nächsten Song. Leider ist es dann aber auch so, dass man sich am Ende des Tages noch an wenige Songs erinnern kann. Es ist einfach ein Fall für das Kurzzeitgedächtnis.
Musst du bei den Rivo-Drei Songs, die ja trommeltechnisch nicht immer einfach sind, groß nachdenken wenn du dir die Drumparts überlegst?
Das geht einfach los. Wenn man gar nicht denkt beim Spielen, passieren die besten Sachen. Wenn man anfängt zu überlegen, was mach ich hier jetzt für einen Fill – haut es einen raus und wird’s auch unmusikalisch in den meisten Fällen. Das kann man nicht verallgemeinern, aber wenn mans einfach laufen lässt und nicht denkt, dass sind die besten Momente!
Stichwort trainieren und das Set quälen und spielen – gibt’s bei dir zu Hause einen Proberaum dafür?
Ich hab einen Proberaum bei meinen Eltern und die wohnen am Rand von Berlin, wo ich auch noch vor 2 Jahren gewohnt habe. Da hab ich auf jeden Fall zwei Schlagzeuge stehen. Ich hab glaub ich insgesamt so fünf Schlagzeuge. Ich wohn in Berlin-Mitte und hab auch in meinem Keller ein Studio. Nicht mein Eigenes, aber da ist jemand der ein Studio hat und da gibt’s auch eine Drumkabine wo auch ein Schlagzeug von mir steht, wo ich üben kann, alles super. Aber ich versuch natürlich immer die Schlagzeuge, die ich hab, in der Stadt zu verteilen, sodass ich sie nicht lange transportieren muss. Es gibt Studios, wo immer Schlagzeuge stehen, die auch auf links aufgebaut sind, damit ja kein anderer die Produktion spielt - wenn da mal was anfällt. Es gibt schon paar Drumsets die da zusammen kommen.
Bleiben wir gleich mal beim Thema Drumsets – auf was legst du bei deinem Equipment wert?
Das wichtigste ist natürlich, dass es klingt. Ich mein, ich bin stolzer Tama-Endorser und spiel das Zeug auch sehr sehr gern. Es muss schon gut klingen, aber ich bin nicht derjenige, der sagt, ich muss jetzt unbedingt das 12“ x 10“ haben und wehe da steht das 12“x 09“ Tom.
Ich glaube sowieso, dass man aus jedem Schlagzeug wenn es in einigermaßen guter Verfassung ist, was rausholen kann. In jeder Situation. Es kommt wirklich immer darauf an, wie man draufhaut und ganz viel, wie man es schon anguckt, wie man mit ihm redet, ob man nett zu dem Schlagzeug ist oder nicht (lacht). Equipment ist eine wichtige Frage, wichtige Sache, aber ich bin kein oberpingeliger Typ, was das angeht.
Trifft der Spruch „less is more“ auf dein Equipment zu?
Das trifft bei dem Rivo-Drei Drumkit auf jeden Fall zu. Wo ich das LEGENDÄRE Guerilla-Set spiele. Nur mit einem Standtom und 3-4 Becken. Aber in einer Solo-Situation oder wenn ich mit anderen Bands unterwegs bin, dann hab ich schon meistens vier Toms und 2-3 Crashes, Chinese, oftmals hängen auch Splashes dabei. Bei Rivo-Drei ist es auf jeden Fall der "less-is-more" Fall. Und ich bin zu faul den Krempel rumzutragen und aufzubauen.
Back to Music - was hörst du sonst für Musik in deiner Freizeit?
Ich höre eigentlich alles. Alles kann man in dem Fall wirklich sagen. Ich bin da nicht sehr voreingenommen. Ich hör viel Jazz, ganz klar - die ganzen Heros, Funk - Jazz - Soul, hör auch viel R’n’B und Hip-Hop, da spiel ich auch viele Gigs in die Richtung. Ich hör eigentlich alles solange es grooved und solange es ein gewisses Niveau hat. Bin da überhaupt nicht voreingenommen und bin immer offen, neue Sachen für mich zu entdecken.
Siehst du da auch eine Entwicklung, dass man heutzutage lieber mal schnell was programmiert, als sich einen echten Drummer zu holen?
Nee, dass seh ich eher weniger so. Ich als Drummer bin dafür, dass einfach so gut wie alles gespielt wird. Aber oftmals ist es halt so - wenn Sachen programmiert werden, sollten die auch nicht so programmiert sein, dass sie wie ein richtiges Schlagzeug klingen – denn dann sollte man einen richtigen Drummer holen. Aber generell ist programmieren auch ganz einfach ein legitimes Mittel um Sounds und Sachen, die ein Schlagzeuger so nicht spielen kann, - soundbedingt - auf Band zu bannen.
Mit 17 bist du ja schon groß auf Europa-Tour gegangen
Jawohl
Mit 4 Jahren hast du das trommeln angefangen, hast du deine musikalische Karriere von Kindesbeinen an schon geplant?
Geplant kann man so nicht sagen. Aber mein Vater ist Musiker, er ist ein herrlicher Gitarrist und mir war immer klar, was man so machen kann und das es durchaus möglich ist als Musiker in Deutschland ein Leben zu beschreiten. Und mir wurde die Möglichkeit geboten - dass hat sich immer so weiter entwickelt - schliesslich hab ich in Bands gespielt und irgendwann kommt man an den Punkt, wo man dann auch Geld dafür bekommt und anfängt seinen Lebensunterhalt davon zu bezahlen. Es ist einfach ein wachsender Prozess – ahnen konnte das natürlich noch keiner mit 4 Jahren - gewünscht vielleicht schon. Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich, dass alles so gekommen ist – wie es passiert ist.
Kommst du bei deinen ganzen Terminen auch mal dazu, dich einfach vor den Fernseher zu knallen?
Klar, aber es gibt wenig Freizeit. Dennoch sitz ich oftmals mit der Freundin Abends vor dem Flimmerkasten. Ich muss ehrlich sagen, wenn ich Fernsehen schaue, guck ich eigentlich nur Zeichentrickfilme. Das ist kein Witz! Bei mir läuft den ganzen Tag Super RTL, Kinderkanal – wenn ich TV schaue guck ich nur Zeichentrickfilme und es gibt manchmal wirklich arge Diskussionen mit meiner Freundin um die Fernbedienung.
Kein Witz – SuperRTL?
Na klar - ich kenn sie alle! Ich bin SpongeBob Elite-Fan. Ich hab SpongeBob Kissen, SpongeBob Tassen, alles mögliche. Die Leute verarschen mich schon damit. Ich krieg lauter SpongeBob Sachen geschenkt. Und ich kenn leider schon alle Folgen.
Haha das ist doch mal klasse! Zurück zu den Trommeln! Was einen total bei deinem Spiel u.a. bei Rivo-Drei sehr positiv auffällt, ist dein brilliantes Hi-Hat Spiel. Das hast du ja ab dem Alter von 11 Jahren konsequent trainiert und spezialisiert?
Ab 11 Jahren kann man nicht sagen, aber mit 11 gabes eben dieses Paco Sery Schlüsselerlebnis, wo mir einfach einiges klar wurde. Und Pakus Zeris ist eben ein Hi-Hat Quäler vor dem Herren und ja spezialisiert kann man nicht sagen, es ist einfach eine Leidenschaft. Ich bin einfach verliebt in die Hi-Hat. Es ist mein Lieblingsinstrument am ganzen Schlagzeug.
Links von dir spielt bei the „Groove is in the House“ Wolfgang Haffner, rechts von dir spielt Ralf Gustke, die Menge tobt, die weiblichen Kleidungsstücke fliegen nur so auf die Bühne hoch
dass ich mich kaum retten kann
am Schluss muss man dich freischaufeln – was für ein Gefühl ist das (mit den beiden zu trommeln)?
Es ist natürlich eine große Ehre mit den beiden Typen unterwegs zu sein und da es gerade für mich meine erste Clinic Tour ist, könnte die Konstellation und die Einführung gar nicht besser sein. Es ist einfach unglaublich, ich freu mich sehr dabei zu sein. Die Jungs sind einfach super entspannt, bei denen gibt’s keinerlei Egostress. Wir haben unterwegs zusammen echt eine gute Zeit. Ich bin sehr froh dabei zu sein.
Hast du dich auf „The Groove is in the House“ speziell vorbereiten müssen?
Hmm...nicht wirklich speziell vorbereiten. Ich habe natürlich Wochen im Voraus angefangen intensiv alles zu lockern, dass dann einfach in dem Moment alles wirklich abrufbar ist, was ich mir vorstelle zu spielen. Ich hab einfach versucht mich natürlich im Kopf zu lockern und auch mental auf die Sache vorzubereiten. Es ist einfach keine leichte Situation aber ich hoffe, dass ich sie irgendwie anständig meistern kann. Aber in dem Sinne gabs keine besondere Vorbereitung in dem Sinne für die Tour.
Lass uns mal über die aktuelle Rivo Drei CD sprechen. „Yeah, jawohl und überhaupt“ ist der Titel eurer sehr gelungenen Platte. Wie seit ihr auf den Titel gekommen?
Der Titel ist natürlich auf meinem Mist gewachsen. Es gab so eine Art Brain-Storming als wir einen geeigneten Titel suchten. Da wurden mögliche Titel in den Raum geworfen und ich hab halt irgendwann so wie ich bin „Yeah, jawohl und überhaupt“ gesagt und den fanden auf einmal alle gut und dann kam ich nicht mehr drum rum (was ein Wortspiel). Der Witz bei der Sache ist, dass kommende Album von Rivo wird „Funk und Döner“ heißen und einmal darfst du raten wer sich auch diesen Titel überlegt hat.
Reden wir doch mal ganz kurz über diesen Satz „Lehrmann spielt es dir schneller als du es programmieren kannst“, den du mal gesagt hast – was genau verbirgt sich dahinter?
Ich arbeite viel mit einem Produzententeam in Berlin zusammen, dass nennt sich Valicon, dass ist ein Team aus drei Produzenten für die ich sehr sehr viele Produktionen spiele. Eigentlich spiele ich alle Produktionen, die die machen. Es ist einfach auch wieder ein weiterer Running-Gag denn es kam oftmals auch vor, dass ich den Jungs 7-8-9-10 Songs an einem Tag eingespielt habe und dann hat sich das einfach ergeben - das ist natürlich auf meinem Mist gewachsen, dass ich denen gesagt hab: "Überlegt doch mal Leute, es kostet zwar Geld, aber ich spiele es euch schneller als ihr es programmieren könnt!“ und da ist glaube ich auch ein bisschen Wahrheit dran.