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Interview von Stefan Fischer 2007
Interview by Stefan Fischer 2007

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Ulf Stricker spielte mit:


Bob Mintzer

Peter Weniger

Manfred Bründel

Koos van der Sluis

Eric Vloeimans

Jesper Tyden

Pia Douwes

Roy Louis

Nippy Noya

Oboja Adu

Ampofo Acquah

Basile Agbagli

Epiphane Ziuziuhou

Elmer Louis

Kelly Clarkson

Alexander Klaws

Delta Goodrem

Stevie Woods



- Auswahl -
DW Collectors Maple Azure over
Spider Pine


22"x18"
Bassdrum
16"x14"
Bassdrums
8"x7"
Tom
10"x8"
Tom
12"x9"
Tom
14"x12"
Tom
14"x5"
DW Collectors Aluminium Snare
 

 

- Auswahl-
Zildjian

 
Zilbel small
Zilbel large
10"
K Custom Dark Splash, stacked on Azuka Latin Multicrash with three rivets 15"
6"
A Custom Splash
14"
A Custom Mastersound Hihat
14"
A Custom Fast Crash
10/12"
Oriental Remote Trash Hats
8"
K Custom Dark Splash
16"
A Custom Fast Crash
12/14"
Oriental Remote Trash Hats
21"
A Custom Medium Ride
18"
A Custom Fast Crash
14"
K Mini China
12"
A Custom Mastersound Hihat

Pedale u. Electronics
 
DW
5000 CX mit LP Ridge Rider Cowbell
DW
5502 Cable Hihat
DW
9500 Hi-Hat
DW
9002 Double Pedal
DW
5000 Remote Pedal
 
 
 
Roland
4x Tom Trigger RT-3T
Roland
1xSnare Trigger RT-5S
Roland
1x Kick Trigger RT-7K
Roland
PD 5 Pad
Roland
PD 9 Pad
Roland
TD 20 Drum Modul
Roland
MC 307 Groovebox
 
 
 

Wie gestaltet sich dein Alltag?

Meistens stehe ich relativ früh auf, um entweder Büroarbeiten zu erledigen, wie Verträge und Rechnungen, oder ein wenig Fitnesstraining zu betreiben. Morgens bin ich nicht so kreativ und versuche meine Übephasen in den Nachmittag und Abend zu verlegen. Wenn ich unterwegs bin, schlafe ich meist etwa länger. Normale Tage gibt es nur selten, da es immer etwas vorzubereiten gibt, oder mich der nächste Job in Auto, Bahn oder Flugzeug zwängt.

Ulf du spielst auch auf der Musikmesse Frankfurt und der Musik-Produktiv Messe, wie erlebt man als Drummer solche nur für Musiker gedachte Events, bist du dort nervöser als sonst?

Eigentlich nicht, ich freue mich eher, dass dort viele Leute sind, die zu schätzen wissen, was man tut. Ich bin froh, dass es solche Events gibt, dort bekommt man die meiste Anerkennung.

Desweiteren bist du Lehrer am Drummers Institute. Was erwartet deine Schüler dort und wie empfindest du den Job als Lehrer?

Meine Schüler bekommen von mir ausgearbeitete Übekonzepte oder eine individuelle Analyse mit Übungen, je nachdem, was sie haben wollen. Ich stelle mich komplett auf den Schüler ein. Generell ist das Niveau am D.I. recht hoch, so dass das Unterrichten mir doch relativ viel Freude bereitet, ansonsten bin ich eher dabei, meine Unterrichtstätigkeiten zu reduzieren, weil es einfach auch sehr anstrengend ist.

Ebenso wie du trommelt auch dein Bruder. Habt ihr in euerer Jugend viel voneinander gelernt, euch gemeinsam weiterentwickelt? Was machst du momentan noch mit deinem Bruder?

Ich mache viel mit meinem Bruder zusammen, wir ergänzen uns sehr gut, da er eher der Metalhead ist und ich mehr der Jazzorientierte. Auf die Art und Weise kommen auch viel Ideen zusammen. Voneinander haben wir bis vor kurzem nicht so viel gelernt, da wir doch oft auf Konfrontationskurs gefahren sind. Wie das halt so ist: Großer und kleiner Bruder… 

Was war bisher deiner Meinung nach dein größter Erfolg?
Mein erstes Auftreten bei Musik Produktiv. Gigantisch! Das kann man auch nicht wiederholen, dieses Gefühl, dass sich die ganze Arbeit doch gelohnt hat. MP 2003 war meine erste Soloshow und gab mir den Ansporn, in der Richtung weiterzumachen.

Im Winter 2006 hast du dich zusammen mit Matthias Dangel und Benny Greb getroffen. Wie sah dieses treffen aus und welche Ideen habt ihr ausgearbeitet, wie kam es dazu?

Matthias Dangel hat uns zusammengebracht. Er hat in der Nähe von Hamburg einen großen Raum organisiert und ich war zufällig in der Nähe und Benny eh in Hamburg. Das war eine spontane Aktion, die sehr viel Spaß gemacht hat. Wir habe wirklich einen ganzen Tag rumgeballert und sehr viele Ideen ausgetauscht.

Deine Tipps für junge Drummer?

Versucht, Ihr selbst zu sein, und das so gut wie möglich, d.h. auf dem höchstmöglichen Level.
Dorthin zu kommen erfordert sehr viel Arbeit und Geduld.
Versucht nicht auf Teufel komm raus irgendwelche Endorsements an Land zu ziehen, nur um Krempel für umsonst zu bekommen. Man sollte wirklich 100% hinter dem Produkt stehen.
Macht Euch nicht besser als Ihr seid! Früher oder später spricht sich das herum, und dann wäre ein bescheideneres Auftreten besser gewesen. Versucht immer, durch Euer Spiel zu überzeugen und nicht durch Gelaber und Blenderei.
Seid immer offen für Neues und lasst Euch nicht von Leuten demotivieren, die besser spielen als Ihr. Nehmt es als Ansporn, noch härter zu arbeiten. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

3 W's zur DVD

Was willst du mit der DVD anderen Schlagzeugern vermitteln?


Ich zeige in dieser DVD meinen Weg, eine Drumperformance zu gestalten, weg von dem üblichen Geballere zu Playalongs hin zu einer vollständigen Liveumsetzung. Dabei erfährt man auch eine Menge über die Art und Weise, wie ich komponiere und denke, also von der Idee zum fertigen Song. Sonstige pädagogische Dinge wie Stockhaltung etc. werdn nicht behandelt, da das von der eigentlichen Idee weg gehen würde.

Was war dir bei der Produktion wichtig?
Wir haben sehr lange am Sound geschraubt, bis der mir gefallen hat, sehr viel Stimmen, Mikrofone ausprobieren usw.
Mir war wichtig, daß das Ganze wirklich recht spotan rüberkommt, deswegen, sind alle Stücke auch vollständige Takes, ich habe jedes Stück drei mal gespielt und dann haben wir nach dem Kriterium der schönsten Bildeinstellungen ausgesucht, da das ganze ja ursprünglich eine Bilddiplomarbeit an der FH Düsseldorf war. Das daraus wirklich eine richtige DVD wird, war erst später klar.

Wie lang dauerte es von der Idee bis zur vollständigen Umsetzung?
Die Idee , Bildaufnahmen zu machen, kam Anfang 2005 von meinem guten Freund Marius Bucur, der seine Bildabschlußarbeit erstellen musste. Dann haben wir uns ein paar Gedanken gemahct, was da so alles draufmuß damit er dieses Diplom besteht, es ging also erst mal gar nicht um mich. Mit der Zeit fand die FH aber so viel Gefallen an dem Projekt, daß sie sich miteinbrachten und uns ermutigten, das Ding auf den Markt zu bringen, was den ganzen Zeitplan doch etwas durcheinander brachte.
So verging dann nach den Aufnahmen mit Postproduction etc. noch ein ganzes Jahr, bis das Ding dann im November 2006 endlich bei mir auf dem Tisch lag. Aber wie heißt es so schön:
Gut Ding will Weile habe


Du komponierst selbst und entwickelst komplette Projekte, könntest du deine Vorgehensweise schildern und wie du Kompositionen auf das Drumset überträgst? Dabei hilft dir deine Klavierausbildung sehr viel?

Ohne Klavier könnte ich die Musik nicht schreiben und auch nicht so gut programmieren. Ohne Keyboards wäre ich wahrscheinlich nie bei Edrums und Triggern etc. gelandet. Meistens gibt es eine Vorgabe, wie die Show aussehen soll, also programmierte Visuals, die ich mir ansehe, oder es gibt Ansagen wie „Mach mal was im Stil von…“ dann ziehe ich mir ein paar Songs davon rein und versuche, daraus etwas Neues zu machen. Jede Show ist neu. Dieses Jahr habe schon für Sharp, Fujitsu Siemens und Epson komponiert und aufgeführt. Cebit, IFA und Photokina.

Momentan spielst du auf der Photokina in Köln am Epson Stand und verwirklichst durch deine Schlagzeugkünste Epson’s Vision die gesamte Produktpalette als ein allumfassendes Sinneserlebnis darzustellen. Wie ist es als Drummer, bei einem so doch eher ungewöhnlichen Projekt mitzuwirken und wie erlebst du die Shows, wie ist die Resonanz?

Die Shows machen sehr viel Spaß und wir heben uns wohltuend von dem üblichen Hupfdolls und Titteneinerlei ab. Die Agentur, für die ich arbeite, Head of Event, setzt auf Qualität. Das Ganze ist sehr emotional und komplett interaktiv. Häufig bekommen wir Fragen a la : „Wie macht ihr das?“, Das ist schon ein Kompliment. Außerdem sehe ich, dass andere Agenturen versuchen, diese Konzepte zu kopieren, bis jetzt hab ich aber nur schlechte Plagiate gesehen.

Die Photokina ist nicht dein einziges außergewöhnliches Projekt. Mit nur 29 Jahren hattest du schon Gigs mit Weltstars wie Delta Goodrem und Kelly Clarkson. Desweiteren hast du schon Musicals begleitet und TV Auftritte absolviert.
Nach welchen Kriterien wählst du bestimmte Projekte aus und wie schaffst du es so flexibel zwischen Live-Drummer und Studio Drummer zu sein?

Die Balance muß stimmen. Es darf nicht immer nur um das Geld gehen. Bestimmte Jobs würde ich einfach auch nicht spielen. Nach einem Monat Musical kann ich den nächsten Monat wieder komplett tun und lassen, was ich will und so Projekte nach vorne bringen, die mir wirklich am Herzen liegen, wie neue Solokompositionen zu erarbeiten oder mit meiner Jazzcombo, der Roy Louis Band zu spielen. Irgendwann wird es dafür (hoffentlich) auch mehr Geld geben, so dass ich ein paar andere Sachen nicht mehr unbedingt machen muß. Bei vielen Sachen unterscheidet sich der Live und Studiobetrieb auch gar nicht mehr so. Bei den Musicals ist eh alles in einer Kabine und auf Click und bei vielen Studiosachen spiele ich gern „live“ mit Bass und Gitarre etc. ein. Stilistische Flexibilität ist da eher gefragt.

Wo wir bei Projekten sind: Du hast eigenständig eine DVD produziert die bald erscheinen wird.
Welche Ideen hast du in dieser DVD verarbeitet. Ist es eine Lehr- oder Lern-DVD? Wie hat sich die Produktion gestaltet?


Die DVD ist ein künstlerisches Portrait und hat eher Konzertcharakter. Wirklich pädagogische Teile gibt es nicht. Im Vordergrund stehen die Kompositionen und der Sound. Das Teil ist in 5.1 und es gibt auch ein paar Interviewschnipsel über Sounds, Programming etc. Außerdem gibt es einen interaktiven teil, wo man auf meinem Set rumtackern kann. Die Produktion war sehr aufwendig mit 5 Kameras und diversen Einstellungen. Gespielt habe ich aber live, jeden Titel so zwei bis drei mal. Danach haben wir die besten Einstellungen genommen und zusammengeschnitten. Bis auf eine Stelle ist aber auch live alles so gewesen. Leider waren im Studio 40 Grad und ich habe ohne Ende geschwitzt. So eine DVD ist auch immer eine Momentaufnahme und mir war es auch wichtig, den Status quo mal festzuhalten. Außerdem war es auch die Bildabschlussarbeit meines Produzenten Marius Bucur. Nachdem die Aufnahmen ihn und mich aber so überzeugt haben, beschlossen wir, das ganze doch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.



Ulf, würdest du unseren Lesern schildern in wie weit Musik dein Leben schon von klein auf beeinflusste und in wie weit dir deine Musikerziehung durch das Klavier beim Drumming hilft?

Angefangen hat alles mit musikalischer Früherziehung vor der Schule, danach durfte ich mir ein instrument aussuchen und habe mich für Klavier entschieden. Das Schlagzeug kam erst relativ spät, so mit etwa 11 Jahren. Ich bin dort über Umwege gelandet: Becken und Triangelaushilfe beim damaligen Jugendsinfonieorchester. Mein erster Schlagzeuglehrer hat da Pauken gemacht und mir eine Teststunde angeboten. Danach wollte ich damit nicht mehr aufhören, Zunächst gab es nur klassischen Unterricht, Pauken, Xylophon und kleine Trommel. Mit 16 habe ich zu einem Setlehrer gewechselt, Micky Neher. Der hat mich dann auch auf die Aufnahmeprüfung in Arnheim vorbereitet, die ich nach meinem Abitur auch bestanden habe. Klavier ist sehr wichtig, um mit Noten umgehen zu können. Ich denke, dass ich ohne meine gute Notenlesefähigkeit weniger Jobs haben würde, außerdem hilft mir das Klavier sehr beim Komponieren.

Wie würdest du deinen Drumstil beschreiben, wie hat er sich über die Jahre entwickelt und gab es Vorbilder, die diesen prägten?

Mein Drumstil ist eine Mischung aus vielen Einflüssen, nennen möchte ich hier aber auf jeden Fall Dave Weckl und Vinnie Coliauta, die ich sehr viel transkribiert und studiert habe. Generell habe ich recht wenig Videos etc. gesehen und versucht, meine Ideen durch systematische Übepläne zu erhalten. So unterrichte ich auch. Das fördert die eigene Kreativität.

Gibt es spezielle Techniken die dein Spiel prägen?

Eigentlich nicht wirklich, ich habe viel Rudiments geübt und auch viel versucht, diese mit den Füßen zu spielen. Mein Ziel ist es, mit jedem Körperteil jede beliebige Figur spielen zu können, damit nur meine eigene Vorstellung das Limit ist.

Dein Setup enthält 2 unterschiedlich große Bassdrums, wieso?

Ich mag vielschichtige Grooves. Die kleine Bassdrum ist sehr trocken und fast pappig, die große hat viel Tiefbassanteil, so kann man sehr gut mit Kontrasten arbeiten. Ich spiele viel Ostinatosachen, wo auch beide Bassdrums ihre eigene Stimme haben.

Übst du von Anfang an viel und regelmäßig, gibt es spezielle Übungen die du immer wiederholst (Warmup?), übst du viel zum Click und wie bereitest du dich auf eine Show vor?

Der Click muß Dein Freund sein. Ohne Clickfestigkeit bekommt man heutzutage keine Jobs. Es gibt ein paar Rudiments, die ich zum Aufwärmen benutze, meist Singles mit jeder Hand einzeln, dann zusammengesetzt, verschiedene Rolls, Flams und Paradiddles.

Du bist DW & Zildjian Endorser. Wie kam es zu diesem Deal und welche Klänge & Sounds muß dein Setup beinhalten?

Der Zildjian Deal kam aufgrund eines Interviews in der Sticks im Dezember 2001, darauf hat sich Zildjian bei mir gemeldet. Damals war der Vertrieb in Deutschland bei der GEWA, die auch DW und LP betreuen. Über diesen Umweg bin ich dann auch dort gelandet. Ein gutes Endorsementverhältnis wächst über die Jahre und meine „Privilegien“ verbessern sich von Jahr zu Jahr. Generell versuche ich immer ein paar Sounds in meiner Palette zu haben, die nicht jeder hat. Ich stehe auf kleine Chinas, Stacks und Sizzlebecken, die ich auch gern mal an Stellen einsetze, wo man sie nicht erwarten würde.